Regional von Land und Leuten: Erdbeeren vom Berger

Regional von Land und Leuten” stellt im Juni Erdbeer– und Rhabarbergerichte in den Fokus. Aus diesem Grund haben wir uns wieder auf den Weg gemacht und einen unserer Lieferanten besucht. Weil die Erdbeere vom Feld einfach am besten schmeckt (Rhabarber direkt vom Feld eignet sich eher nicht zum Naschen), sind wir ganz uneigennützig Richtung Oberösterreich gefahren.

Unsere Fahrt führt uns ins Eferdinger Becken, eine sehr fruchtbare Region, geradezu prädestiniert für den Gemüseanbau. Und davon gibt es auch augenscheinlich genug, überall sehen wir Gemüsefelder der unterschiedlichsten Art.

Das Ziel ist heute der Betrieb von Wolfgang Berger in Farham/Simbach. 1992 hat er den elterlichen Betrieb übernommen. Schnell war für ihn klar, dass er die Schweinezucht nicht weiterbetreiben möchte. 1993 pflanzte er daher auf seinen ersten 0,5 ha Erdbeeren an. Die richtige Entscheidung wie es scheint, denn seither ist der Betrieb stetig gewachsen.

Erdbeeren aus Eferding | Eurest

Da es mit Erdbeeren allein aber schwierig ist, gibt es ein zweites Hauptprodukt: Gurkerln. Die beiden Pflanzen ergänzen sich nämlich perfekt was den Erntezeitraum anbelangt. Ist mit den Erdbeeren Schluss, geht die Saison quasi nahtlos zu Gurkerln über.

Wir fahren gemeinsam aufs Feld. Während ich eine Erdbeere nasche, erzählt uns Herr Berger ein wenig über den Anbau der süßen Früchte. Grundsätzlich gibt es zwei Systeme. Einerseits die klassische Grünpflanzkultur, hier gäbe es die einzige Möglichkeit zum Maschineneinsatz. Bei der Pflanzung in Reihen gibt es zur Unterstützung nämlich Setzmaschinen. Ansonsten ist beim Erdbeeranbau weitestgehend Handarbeit gefragt.

Österreichische Erdbeeren | Eurest

Die zweite Möglichkeit ist der Anbau auf einem Damm. Hier werden kleine Erddämme aufgeschüttet und mit einem schwarzen Vlies belegt. Dadurch ist die Pflanze besser geschützt und man erreicht eine Ernteverfrühung von 5 — 7 Tagen. Bei einem Erntezeitfenster von ca. 5 — 6 Erntewochen, bereits eine enorme Verlängerung.

Jeder kennt das Stroh auf den Erdbeerfeldern. Ich dachte immer das sei ein Unkrautschutz. Gebraucht wird es aber vor allem deshalb, damit die Erdbeeren sauber bleiben. Denn regnet es und die Früchte liegen im aufgeweichten Lehmboden, müssten sie nach der Ernte gewaschen werden. So kommen sie in die Tassen und gleich weiter zum Konsumenten.

Erdbebren frisch vom Feld bei Eurest

Geerntet wird auf den Feldern von Herrn Berger seit Mitte Mai. Um 5 Uhr früh beginnen die Erntehelfer ihre Arbeit. Um ca. 10 Uhr ist dann aber auch schon wieder Schluss, denn sonst werden die Früchte zu warm und verlieren an Aroma.

Wer übrigens selbst am Erdbeerfeld seine Früchte holt, hier noch ein kleiner Tipp: „Pflücken Sie die Erdbeeren immer mit den grünen Kelchblättern und einem Stück Stiel. So verhindern Sie das Saft ausläuft und zögern den Verderb etwas hinaus.”

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