Egal ob veganes Leder, vegane Kosmetik oder eben vegane Ernährung – Bis vor kurzem noch eine Randerscheinung, scheint sich derzeit alles um dieses Wort zu drehen.
Veganismus Substantiv, maskulin — [ethisch motivierter] völliger Verzicht auf tierische Produkte bei der Ernährung u. a. – so erklärt der Duden diesen Begriff.

Die Argumente für eine vegane Lebensweise reichen von „ist grundsätzlich gesünder” bis „ist besser für die Umwelt”. Fakt ist die Fleischproduktion verbraucht viel Energie und pflanzliche Nahrungsmittel werden immer wieder hervorgehoben wenn es um Gesundheitsförderung geht — das reicht von mehr Ballaststoffen bis hin zu sekundären Pflanzenstoffen, die etwa krebshemmend sein sollen. Allerdings — ist eine ganzjährige Versorgung mit veganen Lebensmitteln in unseren Breiten überhaupt möglich? Im Winter kommen Tomaten bspw. aus Spanien — ein langer Transportweg, der ebenfalls viel Energie verschlingt. Und die Fleischersatzprodukte müssen ja auch produziert werden. Zudem können Tiere Flächen verwerten, an denen der Anbau von Gemüse nicht möglich ist.

Gemüse am Speiseplan | www.eurest-serviert-zukunft.at

Aber bleiben wir einmal bei den ernährungsphysiologischen Gesichtspunkten, die Kleine Zeitung hat dazu eine Diätologin vom FH Joanneum Graz befragt, die folgende Vor– und Nachteile einer veganen Ernährung aufzeigt:

Vorteile

  • Zu den Vorteilen zählt der hohe Anteil an sekundären Pflanzenstoffen, die antioxidative, also entgiftende, und cholesterinsenkende Wirkungen haben.
  • Der hohe Anteil an Ballaststoffen durch pflanzliche Nahrung hilft die Verdauung und den Blutzuckerspiegel zu regulieren und sorgt für ein länger anhaltendes Sättigungsgefühl.
  • Der geringe Teil an Gesamtfett, Cholesterin und vor allem an gesättigten Fettsäuren, die das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und auch Krebserkrankungen erhöhen können, ist gesund.
  • Die Versorgung mit essenziellen Mikronährstoffen wie Folsäure, Vitamin C, E, Kalium und Magnesium funktioniert bei Veganern besser.
  • Ein weiter Vorteil veganer Ernährung ist das Verhältnis der Nährstoffdichte zur Energiedichte. Das bedeutet: Bei wenig Kalorien bekommt der Körper einen hohen Gehalt an wertgebenden Nahrungsstoffen.

Nachteile

  • Doch ist nicht alles eitel Wonne: Durch die einseitige Ernährung können sich auch eklatante Mängel ergeben.
  • So muss laut derzeitiger Studienlage einem Vitamin-B12-Mangel durch Einnahme von Präparaten, beispielsweise in Tablettenform, entgegengewirkt werden, um neurologischen und psychologischen Erkrankungen vorzubeugen.
  • Um das Vitamin-D-Defizit auszugleichen, empfiehlt sich viel Sonnenlicht und die Konsumation von mit Vitamin D angereicherten Lebensmitteln wie Margarine.
  • Veganer weisen auch einen geringeren Kalziumwert auf: Brokkoli, grünes Gemüse und Tofu schaffen Abhilfe.
  • Um Eisenmangel zu verhindern, muss bei veganer Ernährung darauf geachtet werden, dem Körper genügend Vitamin C zuzuführen. Vitamin C regt dazu an, mehr Eisen aufzunehmen.
  • Essenzielle Omega-3-Fettsäuren sind in Nüssen, Saaten, Samen und pflanzlich gepressten Ölen enthalten und sollten ebenso bewusst aufgenommen werden, da diese bei fleischloser Ernährung kaum enthalten sind.

Quelle: Kleine Zeitung

Da halten sich die Argumente also ziemlich die Waage. Aber wenn ich so durch Wien spaziere sehe ich einen veganer Supermarkt hier, ein Eisgeschäft das nur vegane Sorten anbietet dort, Werbung für vegane Produkte überall. Sich also ab und zu vegan zu ernähren war nie so einfach wie heute — aber deutet das vielleicht doch nur auf einen Trend hin — wie bspw. „Bubble Tea” noch vor ein paar Jahren plötzlich überall erhältlich war? (Und den ich jetzt fast nirgends mehr sehe)

Vegan Kochen | www.eurest-serviert-zukunft.at

Wenn ich unsere Kollegen in den Restaurants zu diesem Thema befrage, bekomme ich meist die Rückmeldung, dass bisher wenige Gäste vegane Speisen nachfragen. Ob das nun daran liegt, dass Veganer seltener ins Betriebsrestaurant gehen oder es unter unseren Gästen einfach fast keine Veganer gibt – kann ich hier und jetzt leider nicht beantworten. Unsere BetriebsleiterInnen sind allerdings bemüht, auch für Personen, die sich vegan ernähren, Alternativen anzubieten.

Da wir uns der veganen Ernährung auch nicht verschließen wollen gibt es bereits fix integrierte vegane Menüs bspw. in der WU Mensa, welches von den StudentInnen bereits sehr gut angenommen wird oder im Vienna International Centre. Außerdem treiben wir die Weiterbildung in diesem Bereich ebenfalls voran. Vier unserer Lehrlinge haben vor kurzem ein Seminar zum Thema „Vegane Küche“ bei Haubenkoch Siegfried Kröpfl absolviert. Neben dem Umgang mit Fleisch-, Milch– und Ei-Ersatzprodukten, standen natürlich auch die Zubereitung veganer Speisen, sowie der Einsatz im Zusammenhang mit speziellen Diätanforderungen am Plan.

Aber gibt es nun einen grundsätzlichen Wandel zu weniger Fleisch am Speiseplan oder ist vegane Ernährung einfach ein Trend? Schreiben Sie uns Ihre Meinung, wir sind gespannt!

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